Feuerwehr Potsdam       Krankenkraftwagen Teil 1

Die Entwicklung der Krankenkraftwagen in Deutschland Teil 1

Rettungswagen mit Sondersignal bei der Alarmausfahrt

Sanitätsautomobile



Mit der Entwicklung der Automobile begann auch der Bau von Sanitätsautomobilen.

Einen starken Auftrieb erhielt der bau von Sanitätsautomobilen im Ersten Weltkrieg. Der Fachnormenausschuss Krankenhaus (FANOK) entwickelte 1927 eine erste Normung von Krankenkraftwagen.

Im September 1931 wurde die Norm FANOK 20 veröffentlicht. Die DIN regelte den Aufbau von Krankenkraftwagen für 4 liegende Kranke. Die anschließende Norm FANOK 26 war für den Aufbau von Krankenkraftwagen für 2 liegende Kranke ausgelegt. Beide Normen gingen später in die DIN 13020 bzw. DIN 13026 über.

1938 wurde der Einheitskrankenkraftwagen des DRK konzipiert. Es wurden vier Typen entwickelt. Der Eintragen-Krankenwagen wurde auf den Fahrgestellen Mercedes 170 V und DKW F8 aufgebaut, einer dritter Typ für drei Krankentragen wurde auf größeren PKW-Fahrgestellen verschiedener Hersteller aufgebaut und ein vierter Typ mit 4 Tragen entstand auf den 1,5 Tonnen Fahrgestell des Opel Blitz und Mercedes Benz.

Erste Krankenkraftwagen nach dem Krieg


Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zunächst Fahrzeuge aus der Kriegs- und Vorkriegsproduktion eingesetzt.

Hergestellt wurden die ersten Krankenkraftwagen in Sindelfingen auf Mercedes 170 V. Seit 1955 wurden dann Krankenkraftwagen in Lorch von der Firma BINZ&Co gefertigt.

Die Normung wurde im Juli 1955 wieder aufgenommen. Die DIN 75080 legte den Aufbau für Krankenkraftwagen für 1 bis 4 liegende Kranke fest.

1960 erfolgte eine Untergliederung in Krankenkraftwagen Größe A (eine Trage), Größe B (zwei Tragen übereinander), Größe C (zwei Tragen nebeneinander) und Größe D (vier Tragen).

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RTW und KTW halten Einzug


 Foto eines Rettungswagens

1967 wurde die Typisierung grundlegend geändert. Man unterschied jetzt mit der Norm DIN 75080 die Krankenkraftwagen in solche für Notfallpatienten und solche für Nicht-Notfallpatienten.

Es entstanden die Rettungswagen (RTW) und die Krankentransportwagen (KTW).

Bei den KTW wurde die Untergliederung nach Anzahl und Anordnung der Tragen beibehalten. Typ A eine Trage, Typ B1 zwei Tragen nebeneinander, Typ B2 zwei Tragen übereinander und Typ C vier Tragen, zwei nebeneinander, zwei Übereinander.

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Notarztwagen


 Foto eines Notarztwagens

Bereits 1957 hatte man Überlegungen angestellt ob der Transport der Patienten zum Arzt der einzige Weg ist. In Heidelberg entstand ein "Klinomobil", das den Arzt zum Patienten brachte. Es war ein Mercedes BUS O320 H, der als fahrbarer Operationssaal ausgestattet war. Der erste Notarztwagen (NAW) wurde am 3. Juni 1957 in Köln eingesetzt. Der Notarzt fuhr im "Kompaktsystem" oder auch "Stationsprinzip" genannt mit zwei Sanitätern zur Einsatzstelle.

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Notarzteinsatzfahrzeug

 Foto eines Notarzteinsatzfahrzeugs

1964 entstanden die ersten Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF), mit denen der Arzt im Rendezvous-System zum Patienten fahren kann. Der Transport erfolgt durch das zweite Fahrzeug, normalerweise ein Rettungswagen. Spezifische Fahrzeuge wurden ab 1974 als Notarzteinsatzfahrzeuge in Bayern eingesetzt. Die erste Normung der Notarzteinsatzfahrzeuge erfolgte 1982 mit der DIN 75079. Diese Norm gilt als DIN 75079:2002-8 nach mehreren Anpassungen noch heute.

In der Feuer- und Rettungswache Potsdam werden zwei Notarzteinsatzfahrzeuge vorgehalten. Das NEF 1 ist 24 Stunden mit einem Notarzt besetzt,
das NEF 2 wird in der Zeit von 14.00 bis 22.00 Uhr eingesetzt. Hier wird der Notarzt im Alarmfall von der Rettungsstelle des Klinikums "Ernst von Bergmann" geholt.

Sollten beide NEF im Einsatz sein, wird über die Leitstelle Brandenburg das NEF des Malteser Hilfsdienstes, das für den Raum Werder / Geltow im St. Josefs Krankenhaus Potsdam stationiert ist, angefordert.

Bis Januar 1999 wurden die Einsätze mit Notarztindikation in Potsdam durch einen Notarztwagen (NAW) gefahren, d.h. der Notarzt gehörte automatisch zum Fahrzeug und war auch bei Transporten von leichter verletzten oder zwischenzeitlich stabilisierten Patienten immer an die Transportkapazität Fahrzeug gebunden.
Seit Februar 1999 fahren in Potsdam ein Rettungswagen und das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) im Rendezvous-System zum Patienten. Somit kann der Notarzt, wenn er nicht mehr benötigt wird unabhängig vom Transport des Patienten zu einem neuen Einsatz.


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Die Entwicklung in Potsdam


Einen Abriss der historischen Entwicklung des Rettungswesens seit 1949 finden Sie im Fahrzeug special - Rettungswesen.
Über 20 Fahrzeugtypen, die in Potsdam und Umgebung eingesetzt worden sind in Wort und Bild.


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