Feuerwehr Potsdam       Krankenkraftwagen Teil 2

 

Dringliche Medizinische Hilfe SMH Typ 3

Fahrzeuge in der DDR


In der DDR war das Deutsche Rote Kreuz der DDR für das Krankentransportwesen zuständig. Eine zur DIN75080 äquivalente Normung fand nicht statt. Es gab auch keine einheitliche Bezeichnung. Krankenkraftwagen wurden von Herstellern und Nutzern unterschiedlich bezeichnet. So wurden von den Herstellern der EMW 340 als Sanitätswagen, der Framo V 901 als Sanitätskraftwagen (Sankra) und der Garant 27 als Krankentransportwagen bezeichnet. Der ab 1963 eingesetzte B1000 Krankenwagen wurde vom DRK als Krankentransportwagen, von der Feuerwehr als Rettungswagen und vom Militär als Sankra tituliert.

Trotzdem kam es durch die zur Verfügung gestellten Fahrzeug zu einer quasi Normung. Es gab über Jahre nur den B1000 Krankenwagen und den LO Sanitätskraftwagen und die waren überall gleich ausgestattet.

Ein erster Notarztwagen wurde am 21. Januar 1960 in Magdeburg auf einem IFA-Phänomen vom Typ Granit 30 k in Dienst gestellt.


Erstes Notarzteinsatzfahrzeug in der DDR

Durch den Dringlicher Hausbesuchsdienst wurde der im poliklinischen Bereich organisierte Hausbesuchsdienst abgedeckt. In ländlichen Bereichen kam zu dem Wirken des ambulant tätigen Arztes in Notfällen auch der Transport der Patienten hinzu. Als Fahrzeug wurde ab 1984 der Wartburg Tourist als Einsatzfahrzeug für den Notarzt modifiziert. Im Fahrzeug konnte ein Patient liegend transportiert werden, wobei eine Notfallversorgung durch den Notarzt auch während der Fahrt möglich war.

Das Fahrzeug wurde im VEB Karosseriewerk Halle in zwei Varianten produziert. Einmal für den Dringliche Medizinische Hilfe-Einsatz mit einer medizin-technischen Ausstattung für den Notarzt und zum anderen für den Dringlich medizinischen Hausbesuchsdienst Einsatz mit einer vereinfachten Ausrüstung.

Die technische Ausgestaltung des Wartburg Tourist wurde nicht verändert. Für den liegenden Transport eines Verletzten musste die Fonds-Sitzbank nach vorn umgeklappt werden und der Beifahrersitz um 180 Grad gedreht werden. Der Notarzt saß nun am Kopfbereich des Patienten. Die medizinische Ausstattung bestand u.a. aus Sauerstoffgerät, EKG-Gerät und Transportinkubator.


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Die "schnelle Medizinische" Hilfe der DDR


Das System der "Schnellen Medizinischen Hilfe (SMH)" wurde 1976 als Einrichtung des staatlichen Gesundheitswesens in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) eingeführt.

Das System der "Schnellen Medizinischen Hilfe war ein abgestuftes System, das aus den Bestandteilen:

bestand.

Die DMH war die mobile spezialisierte medizinische Betreuung und der Hausbesuchsdienst war die mobile medizinische Grundbetreuung.

Um dieses Notarztsystem mit indikationsgerecht differenziertem Einsatzspektrum zu realisieren bedurfte es speziell ausgerüsteter Einsatzfahrzeuge.

Für die DMH wurde der bekannte B 1000 Krankenwagen, der hauptsächlich als Krankentransportwagen beim DRK eingesetzt worden war, modifiziert. Die Trage wurde so in der Mitte des Fahrzeuges untergebracht, dass ein Arzt während der Fahrt Behandlungen durchführen konnte. Das Fahrzeug erhielt die Bezeichnung SMH 2.

1983 war das Geburtsjahr eines neuen Einsatzfahrzeuges für die DMH auf der Basis des B 1000.

Ausgehend von dem speziell konzipierten B 1000 Krankenwagen in der Variante B 1000 SMH 2, wurde eine den nun konkretisierten Anforderungen einer Notfallversorgung Rechnung tragende Fahrzeugtechnik geschaffen. Vor allem die nicht ausreichenden Raumverhältnisse führten zur Weiterentwicklung. Eine Behandlung sollte auch stehend vorgenommen werden können.

In einer gemeinsamen Entwicklung vom VEB Barkas Werk, vom VEB MLW Labortechnik Ilmenau und vom VEB Plastkörper Parkentin entstand der B 1000  SMH 3/5. Der Aufbau wurde vom späteren VEB KFZ-Instandsetzung Rostock Betriebsteil Parkentin gefertigt. Die medizinische Ausstattung kam aus dem VEB MLW Labortechnik Ilmenau (heute BINZ Ilmenau).

Die Patiententrage ist zentral angeordnet und von allen Seiten zugänglich. Die Federung der Trage und des gesamten Fahrzeuges wurden verbessert. Die medizin-technische Ausrüstung bestand u.a. aus Defibrillator WRK 331, Notfallstimulator TUR RS 30, Reanimationskoffer, Medimorph-Narkosegerät und Sauerstoffbeatmungsgerät, Sauerstoffwiederbelebungsgerät, Blutdruckapparat. Das Fahrzeug, das 2240 kg wog, wurde vom bewährten Wartburgmotor (33,8 kW) angetrieben.



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Die Entwicklung in Potsdam


Einen Abriss der historischen Entwicklung des Rettungswesens seit 1949 finden Sie im Fahrzeug special - Rettungswesen.
Über 20 Fahrzeugtypen, die in Potsdam und Umgebung eingesetzt worden sind in Wort und Bild.


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