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5.10.2017 Unwetter in Potsdam

Pressemitteilung der Landeshauptstadt Nr. 691 vom 06.10.2017

Die Feuerwehr Potsdam wurde aufgrund der Auswirkungen des Sturms „Xavier“ am Donnerstag
und im Laufe des Freitags in der Landeshauptstadt zu 317 wetterbedingten Einsätzen gerufen.
Vor allem wegen umgestürzter Bäume oder abgeknickter Äste musste sie ausrücken. Trotz
der Wetterlage blieb es in Potsdam bei Sachschäden, Personen kamen nicht zu schaden.

„Potsdam ist einigermaßen glimpflich davon gekommen. Das zeigt, dass wir auf solche
Unwetter gut vorbereitet sind“, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs. „Ich danke der
Berufs- und den freiwilligen Feuerwehren für ihren Einsatz sowie den Potsdamerinnen
und Potsdamern für ihre Besonnenheit und die nachbarschaftlichen Hilfen. Meine Gedanken
sind aber auch bei den Familien in Brandenburg, die durch den Sturm Angehörige verloren haben.“

Beschädigt wurden vielerorts vor allem Bäume. Insgesamt gab es 100 Havarie-Meldungen
für die kommunalen Immobilien. Am Oberstufenzentrum III hat der Sturm Ziegel gelöst,
die bis zu den Schneefanggittern rutschten. Dadurch entstand eine Gefährdung. In
Rücksprache mit dem Schulamt wurde die Schule am Freitag aber dennoch geöffnet. Beim
Grünflächenamt sind bislang mehr als 70 Schadensmeldungen zu umgestürzten Bäumen eingetroffen.
Oberste Priorität hat nun die Sicherung von Bäumen und das Freiräumen von Straßen,
Geh- und Radwegen. Eine Beräumung der umgestürzten Bäume wird ab Montag erfolgen und
voraussichtlich 14 Tage in Anspruch nehmen.

Neben der Berufsfeuerwehr waren auch die 15 Freiwilligen Feuerwehren in der Landeshauptstadt
Potsdam mit insgesamt 147 Mitarbeitenden im Einsatz. Durch die Regionalleitstelle Nordwest
wurden zusätzlich 533 Einsätze in den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Havelland
disponiert. Umgestürzte Bäume blockierten, Gemeinde-, Kreis-, Landes- und Bundesstraßen.
Einige Orte waren von der Außenwelt abgeschnitten. Zahlreiche Fahrzeuge wurden durch
umgestürzte Bäume beschädigt und waren auch teilweise durch diese begraben.

Seit Freitagfrüh erhält die Feuerwehr wieder vermehrt Notrufe aus allen Städten und
Kommunen des Regionalleitstellenbereichs. Es werden zahlreiche weitere Schäden und
umgestürzten Bäume gemeldet. Derzeitig scheinen aber alle wichtigen Landes- und
Bundesstraßen wieder befahrbar zu sein.




Pressemitteilung 5.10.2017:

Ausnahmezustand in Potsdam und im Bereich der Regionalleitstelle Nordwest.
Durch das Sturmtief Xavier gab es im Verlauf des Nachmittags eine Vielzahl an Einsätzen:

Aufgeteilt auf die Landkreise bedeutet dies zwischen 15:00 und 20:30 Uhr:

- Prignitz 165
- Ostprignitz Ruppin 162
- Havelland 323
- Potsdam 183


Besondere Einsatzschwerpunkte waren zahlreichen umgekippten Bäumen - teilweise waren
ganze Straßenzüge nicht befahrbar. Bei einem Unfall in Ostprignitz Ruppin kam die
Hilfe leider zu spät, so dass eine Person verstarb.

Ein Feuerwehrmann verletzte sich in Premnitz bei einem Einsatz und ein Notarzteinsatzfahrzeug
sowie eine Drehleiter wurden durch umstürzende Bäume getroffen und beschädigt.

Neben massiven Verkehrsbehinderungen kam es in mehreren Landkreisen zu lokalen Stromausfällen.
Die Regionalleitstelle Nordwest wurde mit einem dreifachen Disponenteneinsatz gefahren,
akute Notfälle wurden besonders priorisiert.

In der Landeshauptstadt sind alle freiwilligen Feuerwehren im Einsatz. Anders als in
den Landkreisen diskutiert besteht in Potsdam nicht die Notwendigkeit den Verwaltungsstab
einzuberufen. Darauf verständigten sich der Chef der Feuerwehr und Ordnungsbeigeordneter
Mike Schubert vor Ort in der Leitstelle: "Es ist in diesem Jahr bereits die dritte
wetterbedingte Großlage. Ein großen Dank an die Kollegen der Leitstelle und den Kameraden
die seit 15:00 Uhr im Einsatz sind.", erklärte Schubert.


Einsatzleiter



Die Poliizei (Polizeipräsidium Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) berichtet:

"Mit rund 750 witterungsbedingten Einsätzen hatte Polizei des Landes Brandenburg
am Donnerstagnachmittag ab 14 Uhr zu kämpfen. Durch umgestürzte Bäume und Unfälle
während des Durchzuges des Sturmtiefs „Xavier“ ereigneten sich 22 Verkehrsunfälle
mit Personenschaden und über 100 Verkehrsunfälle mit Sachschaden. Vier Menschen
kamen dabei ums Leben und 24 wurden verletzt.

Um 16:52 Uhr wurde ein Verkehrsunfall im Landkreis Ostprignitz-Ruppin gemeldet.
Auf der L19 zwischen Lindow (Mark) und Schönberg (Mark) verunfallte ein PKW aufgrund
eines herabstürzenden Astes. Dabei kam ein 26-jähriger Beifahrer ums Leben.

Kurz nach 17 Uhr fuhr ein PKW im Landkreis Oberhavel in einen Graben, anschließend
stürzte ein Baum auf den PKW. Die 54-jährige Fahrerin wurde dabei tödlich verletzt.

Gegen 18 Uhr stürzte auf der Kreisstraße 6718 zwischen Merz und Ragow, Landkreis Oder-Spree,
ein Baum auf einen fahrenden PKW. Dabei wurde ein 33-Jähriger tödlich verletzt.

Ein 72-jähriger Fußgänger starb auf der B1 im Landkreis Märkisch-Oderland zwischen
Müncheberg und Hoppegarten. Er wollte gegen 18 Uhr die Straße beräumen und ist dabei
von einem umstürzenden Baum erschlagen worden.

Zwischen 14 und 20 Uhr gingen im Einsatz- und Lagezentrum der Polizei des Landes Brandenburg
etwa 4.500 Notrufe ein. An einem „normalen“ Tag sind es sonst durchschnittlich
ca. 1.000 Notrufe in 24 Stunden. Zeitgleich wählten in Spitzenzeiten bis zu 60 Anrufer
gleichzeitig den Notruf der Polizei."


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