Feuerwehr Potsdam       Einsätze / Veranstaltungen 1536 - 1945

 


150 Jahre Berufsfeuerwehr Potsdam   1862 - 2012


Was geschah im Jahr 1945 und später?



Chronik



Die ersten Jahre des Brandwesens werden hier vorerst nur sehr kurz beleuchtet.

Genauer wird es dann ab 1950.



1536 Stadtbrand in Potsdam

1550 Großbrand

1744 Die Zahl der öffentlichen Spritzen beträgt 6. Es sind 3 Spritzenhäuser vorhanden.

1795 Brand der Nikolaikirche; die Kirche brannte ab und mit ihr 4 weitere Häuser auf dem alten Markt. 24 weitere wurden in Mitleidenschaft gezogen.


Der 1. Oktober 1862 ist der Gründungstag einer Berufsfeuerwehr in Potsdam , der vom
9. Mai 1885 bis zum 30.November 1911 eine freiwillige Feuerwehr  zur Seite stand. In der neuen Feuerwache waren zwei bespannte Spritzen, ein Wasserwagen, ein Apparatewagen und eine fahrbare Tiene vorhanden. Zehn Mann Besatzung versahen jede Nacht dort ihren Dienst. In Potsdam waren 2 Pumpen auch auf Kähnen (Prähme) montiert, die auf der Havel in der Nähe der Heilige- Geist-Kirche und auf dem Stadtkanal an der Breiten Brücke bereit standen. An die Pumpen waren 60 bis 70 Fuß lange Lederschläuche angeschlossen, die den Wasserstrahl 80 bis 100 Fuß weit warfen. (1 Fuß ca. 31,4 cm).


29. Oktober 1862  Brand im Conradschen Lagerhaus in der Waisenstraße


bis 1866 Die Berufsfeuerwehr untersteht der Polizeidirektion, ab 1866 dem Magistrat


1867 Anschaffung einer zweirädrigen Saugpumpe


1. Oktober 1867 Umzug des Feuerwachlokals in der damaligen Provinzial-Gewerbeschule Am Kanal 66


1867 Großbrand in der Brauerstraße. Die Häuser der Straße wurden fast völlig vernichtet..


1. April 1868 Anschaffung eines bespannbaren Geräte- und Rettungswagens.


1873 Beschaffung einer Handruckspritze (Bachmannspritze) für 1244 Taler und 15 Silbergroschen


24. September 1876 Neue Orts-Polizeiverordnung, die das Feuerlöschwesen der Stadt regelt.


1876 Potsdam erhält eine Wasserleitung.


1. April 1886 - Die königliche Polizeidirektion verfügte, dass
ab dem 1. April 1886 an, die Berufsfeuerwache auch am Tage zu besetzen ist.
Fünf Feuerwehrleute, ein Führer und zwei Gespanne standen von Stund an in
Alarmbereitschaft.


1894 Fertigstellung des Feuerwehrdepots in der Moltkestraße 1. Die Potsdamer Berufsfeuerwehr erhält ihre erste Dampfspritze. Es war eine 1-Zylinder Dampfspritze, die eine Leistung von 750 Liter Wasser in der Minute hervor brachte. Die Ausrüstung wurde nun kontinuierlich verbessert.


1901 folgte eine Braunsche "Gasspritze". Als Druckmittel für die Wasserförderung diente hier Kohlensäure. Mittels Stahlflaschen, in denen unter Druckstehende Kohlensäure mitgeführt wurden, wurde das Löschwasser aus den Schläuchen gedrückt.


Im Jahre 1904 wurde eine Doppelzylinder -  Dampfspritze beschafft, die 1600 bis 2400 Liter in der Minute fördern konnte.


1912 erhielt die Potsdamer Berufsfeuerwehr ihre erste Spritze mit Verbrennungsmotor. Alle diese Spritzen mussten aber mit Hand- oder Pferdewagen transportiert werden. Das galt natürlich auch für die anderen Geräte wie die mechanische Leiter und die Mannschaft. Diese fuhr teilweise mit dem Fahrrad zur Brandstelle. Eine Aufnahme von 1910 zeigt 4 Pferdewagen (2 Dampfspritzen, 1 Leiter, 1 Gerätewagen).


Feuerwache Moltkestraße 1920 Fahrzeugetore mit davor stehenden Gespannfahrzeugen.jpg (12374 Byte)


1913 hielt die erste Motorspritze der Firma Namag-Lloyd Bremen
zum Preis von 24280 Mark in Potsdam Einzug. Diese versah vom
2. Juli 1913 bis 1937 ihren Dienst. Mit einem 50 PS Benzinmotor und mit
einer Pumpenleistung von 1800 l/min hatte die Luckenwalder Firma Koebe
ein sehr modernes Fahrzeug an die Potsdamer Berufsfeuerwehr übergeben.

Kraftspritze aus dem Jahr 1913



Sommer 1913 Beschaffung eines Drägerschen Sauerstoff-Wiederbelebungsapparates
- Pulmotor - sowie eines Tiertransportwagens


1. August 1914 Stationierung eines PKW des Magistrats auf der Feuerwache


13. November 1915 Lieferung der benzinautomobilen Drehleiter mit 50 PS-Motor und
elektrischem Aufrichte- und Auszugsgetriebe sowie eingebauter Hochdruckzentrifugalpumpe
(1400 Liter/Minute).


1. Juli 1924 Der benzinautomobile Krankenwagen des städtischen Brennabor - Krankenhauses
wurde bei der Feuerwehr untergestellt und von den Feuerwehrmännern gefahren.


25. August 1925 Inbetriebnahme der 2. Motorspritze (40-PS und Koebe-Pumpe
mit einer Leistung von 1200 Litern/Minute)


1926 An der Ecke Stephenson-Anhaltstraße ein neues Feuerwehrdepot errichtet.


1926 Das errichtete Depot in der Moltkestraße (heute
Hebbel- /Ecke Gutenbergstraße) wurde erweitert.


Feuerwache Moltkestraße 1920


1926 Die Preußische Feuerwehrzeitung berichtet von diversen Bränden.
So von einem Brand in Drewitz, in der Lokomotivenfabrik der Firma Orenstein &Koppel.
Die Werkfeuerwehr und die Feuerwehren aus Nowawes, Neubabelsberg, Bergholz,
Wannsee sowie die 1913 beschaffte Motorspritze aus Potsdam waren zur
Brandbekämpfung angerückt.
Nach mehr als zwei Stunden konnte das Feuer gelöscht werden.
Neben den eigentlichen Löscharbeiten stand für die feuerwehrmänner die
Aufgabe, die Ausbreitung des Feuers auf benachbarte Gebäude zu verhindern.


In der Ausgabe vom 15. Mai 1926 wird von einem Großfeuer im Turm der
Heiligegeistkirche (heute Seniorenresidenz) am 26. April 1926 berichtet.
Die Feuerwehr wurde gegen 18:30 Uhr alarmiert. Ein "Stoßtrupp bekämpfte
das Feuer zuerst mit "Minimaxapparaten" (Feuerlöschern), die im Kirchturm
angebracht waren. Anschließend erfolgte die Brandbekämpfung mit einem
langen Schlauch und der von der Berufsfeuerwehr eingesetzten Motorspritze.
Das Feuerwar gegen 19:00 Uhr gelöscht.


1930 in Potsdam werden die erste luftbereiften Feuerwehrfahrzeuge eingesetzt,
die die Gespannfahrzeuge ablösten.


15. Dezember 1933 Gesetz über das Feuerlöschwesen und Umbenennung in Feuerlöschpolizei


1936 Beschaffung des dritten Sauerstoff-Tornistergerätes


5. Dezember 1936 - Inbetriebnahme einer Magirus Ganzstahldrehleiter
DL 24 mit einem 70 PS Motor und einer Höchstgeschwindigkeit von
65 Kilometer in der Stunde


vom 22.8 bis zum 5.12.1936 war eine geliehene Magirus Ganzstahlleiter
DL 40 im Dienst


1. März 1937 Der Runderlass des Reichsführers SS und Chef der
Deutschenpolizei im Reichsministerium des Innern vom 1. März 1937 regelt
die Farbe der Feuerlöschfahrzeuge. Für Kraftfahrzeuge galt: Fahrgestell,
Räder und Kotflügel schwarz glänzend; Aufbau dunkelgrün glänzend,
Farbe Nr. 30 der Farbkarte für Fahrzeuganstriche (RAL 840 B2). Der
Austausch der Farbe sollte aber erst bei notwendigem Neuanstrich erfolgen.
Gleichzeitig war nun an den Fahrzeugtüren nicht mehr das Stadtwappen
sondern das Hoheitszeichen der Polizei zu führen.



2. Juli 1937 Inbetriebnahme einer Magirus- Kraftfahrspritze
mit einem 110-PS starken Sechszylinder-Diesel-Motor, einer Pumpenleistung
von 2500 Litern/Minute bei 80 Metern Gesamtförderhöhe


Am 7. Mai 1938 wurde durch den Runderlass des Reichsführers SS und
Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern der blaue
Kennscheinwerfer eingeführt. Es handelt sich dabei um den Arbeitsschein-
werfer, der mit einer blauen Kobaldscheibe hinterlegt wurde. Diese blauen
Kennscheinwerfer waren noch bis in die 1950er Jahre an Feuerwehrfahrzeugen
zu finden. Mit dem gleichen Runderlass wurden Hornsignale mit der Tonfolge
DIN FEN 610 und der Tonhöhe a' und d" , das Martinshorn Nr. 2097 der
"Deutschen Signalinstrumentenfabrik Max B. Martin und der auf Ton "h"
abgestimmte Siemens und Halske Motorkugelwecker zugelassen.



23. November 1938 - Das Gesetz über das Feuerlöschwesen vom
23. November 1938 sorgte dann dafür, dass die Feuerwehr der Dienstaufsicht
des Chefs der Polizei unterstellt wurde. Ihre Bezeichnung war ab da an
Feuerschutzpolizei. Die Fahrzeuge wurden weiterhin in dunkelgrün lackiert.




LF8 in polizeigrün



1939 Babelsberg wird in Potsdam
eingemeindet und die Feuerwehren werden zu einer gemeinsamen
Feuerschutzpolizei zusammengefasst. Sie erhielt zusätzlich
Luftschutzaufgaben.


14. April 1945 - Potsdam erlebt die schlimmste Brandkatastrophe
seines Bestehens. Innerhalb von 20 Minuten wird der Stadtkern von Potsdam
durch britische Flugzeuge zerstört und ein einziges Flammenmehr. Dem Luftangriff
fällt auch die Feuerwache in der Moltkestraße zum Opfer, die erheblich
getroffen wurde.


Was geschah in den Jahren 1945 bis 1998?


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