Feuerwehr Potsdam       Tauchergruppe 1963-1988

 

schwarz / weiß Foto eines Tauchergerätewagens BAW

Tauchergerätewagen BAW 1966



Bildung der Tauchergruppe der Feuerwehr Potsdam



25 Jahre Tauchergruppe Feuerwehr Potsdam

1988 von Rudolf Lehmann; im Oktober 2009 und Oktober 2013 von Rainer Pupka
überarbeitet und neu illustriert



Dem Kommando Feuerwehr Potsdam wurde 1963 durch das damalige
Ministerium des Innern die Aufgabe gestellt, eine einsatzfähige
Tauchergruppe in einer Stärke von 8 Kameraden zu bilden.

Die Ausbildung wurde im damaligen Marineklub der Gesellschaft für Sport
und Technik (GST) im Babelsberger Park durchgeführt.
Der 1. Lehrgang fand vom 15.05. bis 12.06.1963 statt. Es nahmen
6 Kameraden teil. Am 2. Lehrgang, der vom 6.08. bis 27.09.1963 stattfand,
nahmen weitere 2 Kameraden teil.

Da aus dienstlichen Gründen keine Freistellung der Kameraden vom
Dienst erfolgen konnte, wurden die Lehrgänge sowohl in der Dienstzeit
als auch in der Freizeit durchgeführt.

Die Kameraden mussten also jeden 2. Tag nach Lehrgangsschluss zum
Kommando zurückkehren.

Zum Zeitpunkt der Ausbildung standen der Tauchergruppe lediglich
drei Tauchgeräte von Typ PTG 713 zur Verfügung.

schwarz / weiß Foto eines Tauchergeräts PTG 713

Tauchgerät Typ PTG 713



Dieser Gerätetyp hatte das Druckmanometer hinten am Flaschenpaket.
Dadurch konnte der Taucher den noch vorhandenen Luftvorrat nicht
selbst ablesen. Er war also gezwungen, sofern er allein tauchte,
des öfteren aufzutauchen, damit der Signalmann den Druck ablesen konnte.

Da noch keine Taucheranzüge vorhanden waren, musste während des
Lehrganges nur mit Badehose getaucht werden, was natürlich zu manch
einer "Zittereinlage" , insbesondere in 10 Meter Tiefe führte.
Nach Beendigung des Lehrganges wurden der Tauchergruppe 8 Trockenanzüge
vom Typ "Pinguin", allerdings ohne Unterziehanzüge, Flossen und
Halbmasken zur Verfügung gestellt. Das Fehlen von Kopfhauben führte
insbesondere im Winterhalbjahr 1963 zu 1964 zu manchen Problemen.
Um sich vor der Kälte zu schützen, schmierten sich die Taucher den
Kopf dick mit Vaseline ein. Auch versuchten wir mit ausgesonderten
Panzerhauben der NVA zu tauchen, die aber äußerst schwer wurden,
wenn sie sich mit Wasser vollgesogen hatten.

Der 1. Einsatz der Tauchergruppe erfolgte am 02.07.1963 in der
Ahrensdorfer Kiesgrube. Dort galt es eine verunfallte männliche
Person zu suchen und zu bergen. Der Einsatz wurde nach 40 Minuten
erfolgreich abgeschlossen.

Ein eigenes Fahrzeug stand der Tauchergruppe noch nicht zur Verfügung.
Je nach Art des Einsatzes wurde ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt.
So kam es, dass die Tauchergruppe mal mit dem Lkw, RTW, LF 16 und
sogar mit dem Pkw am Einsatzort erschien.

Auf Grund einer Vereinbarung des Ministeriums des Innern mit dem
Ministerium für Nationale Verteidigung wurde im März 1966 der
Tauchergruppe ein schwimmfähiges KfZ, ein bereifter Amphibienwagen (BAW)
vom Typ ZIL 485, Baujahr 1963 aus dem Bestand der Grenztruppen der DDR,
Standort Potsdam zur Verfügung stellt. Dazu war es notwendig, dass der
Kamerad Rudolf Lehmann einen dreiwöchigen Schwimmwagenlehrgang bei der NVA
besuchte, um die Maschinisten des Kommando-Feuerwehr Potsdam unterweisen
zu können.

Dieser Schwimmwagen war bis 1979 im Einsatz und wurde dann ausgesondert.
Der Tauchergruppe wurde als Ersatz ein Rettungs- und Sicherungsboot (RuSB)
auf einem Einachsanhänger zugeführt. Dieses war bis 1990 in Betrieb.
Als Taucherfahrzeug und zugleich Zugmittel für das RuSB wurde ab 1980
der ausgesonderte RTGW vom Kommando-Feuerwehr Brandenburg verwendet.

2 Jahre später wurde der einem W50 mit Kofferaufbau vorgenommen.


Informationen zu den Einzelnen Zeitabschnitten der Tätigkeit der Tauchergruppe

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